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Ausstellungstour „Festgehalten. Verschleppt aus Deutschland 1938–1945”

17. August / 09:00 14. September / 18:00

„Festgehalten. Verschleppt aus Deutschland 1938–1945” vom 17. August bis 14. September zu sehen im Ariowitsch-Haus in Leipzig. Die sachsenweite Tour wird organisiert von der sächsischen Landesarbeitsgemeinschaft Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus (sLAG).

Eröffnung der Ausstellung am 17. August um 18.00 Uhr mit Dr. Ramona Bräu-Herget vom Arolsen Archives.

Öffnungszeiten der Ausstellung:
Mo. bis Do.: 14:00–18:00 Uhr
(in Ausnahmefällen kann die Ausstellung wg. einer einmaligen Veranstaltung geschlossen sein) Sonntags zu Veranstaltungen für Besucher*innen geöffnet. Bitte melden Sie sich am Empfang an.

Aus dem Deutschen Reich wurden zwischen 1938 und 1945 mehr als 200.000 Menschen deportiert. Die meisten von ihnen wurden in den Vernichtungslagern ermordet, nur wenige überlebten. Zahlreiche dieser Deportationen sind fotografisch dokumentiert. Aus fast siebzig deutschen Städten sind Bilder von Deportationen überliefert – viele weitere Aufnahmen sind möglicherweise noch unentdeckt.

Das Forschungsprojekt #LastSeen sichert, sammelt, erforscht und veröffentlicht seit 2021 diese Fotos in einem digitalen Atlas und stellt sie für Forschungs-, Bildungs- und Gedenkarbeit zur Verfügung. Dafür ist das Projekt schon mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet worden. Der Bildatlas des Projekts ist unter atlas.lastseen.org abrufbar.

„Festgehalten” zeigt ausgewählte Fotografien der Deportationen von Jüdinnen und Juden, Sinti* und Roma* sowie von Opfern der NS-„Euthanasie“. Sie zeigt auch die Täter*innen und Zuschauende, die bei den Deportationen anwesend waren. Denn Deportationen waren sichtbar. Sie fanden am helllichten Tag statt. Viele Menschen entschieden sich, bei der Verschleppung ihrer Nachbar*innen zuzusehen und oftmals auch mitzuwirken.

Die Ausstellung fordert auf, sich mit der Rolle des Publikums auseinanderzusetzen. Dies ist gerade jetzt wichtig für die deutsche Erinnerungskultur. Was bedeutet es, wenn Menschen zuschauen, wegschauen oder sich beteiligen, während ihre Bekannten und Nachbar*innen verschleppt werden? Was wussten die Einzelnen, welche persönlichen Entscheidungen trafen sie und welche individuelle Handlungsmacht hatten sie? Zwei weitere Bereiche der Ausstellung setzen sich mit der Geschichte der Deportationen und mit der Geschichte der Deportationsfotografien auseinander.

Begleitend zur Ausstellung ermöglicht das interaktive Online-Entdeckerspiel #LastSeen historische Fotos von nationalsozialistischen Deportationen lesen und interpretieren zu lernen. Spieler*innen schlüpfen in die Rolle eines Bloggers oder einer Bloggerin und gestalten ihren persönlichen Artikel zu den historischen Fotos. Sie untersuchen die Fotos und können zusätzliche Quellen zu der Geschichte auf einem Dachboden entdecken, die beim Lesen der Fotos helfen.

Die kompakte, interaktive Ausstellung wird an folgenden Orten in Sachsen zu sehen sein:

30.05.–07.06.26 | SACHSENBURG
Gedenkstätte Sachsenburg, An der Zschopau 6, Frankenberg

Zugang zur Ausstellung zum Sachsenburger Dialog (06./7.06.) sowie auf Anfrage (info@geschichtswerkstatt-sachsenburg.de)

07.06.26, 13:00 Uhr
Vortrag zur Ausstellung
mit Dr. Alina Bothe im Rahmen des Sachsenburger Dialogs
Vorstellung des Forschungsprojekts #LastSeen und der Wanderausstellung


14.06.–28.06.26 | DRESDEN
Hole of Fame, Königsbrücker Str. 39, Dresden
14.06.26, 18:00 Uhr (Geöffnet ab 17:00 Uhr, Eintritt frei)
Eröffnung mit Dr. Alina Bothe, Kuratorin:
Vorstellung des Forschungsprojekts #LastSeen und der Wanderausstellung

Vortrag mit Dr. Daniel Ristau, Historiker:
„Hingeschaut! (Un-)Sichtbarkeiten der Shoah in Dresden”
Berichte und Fotomaterial belegen immer wieder eindrücklich: Die nationalsozialistische Judenverfolgung bis hin zu Deportationen und Todesmärschen stand den Zeitgenoss*innen oft viel stärker vor Augen, als sie sich nach der Shoah eingestehen wollten. Der Impuls zur Ausstellungseröffnung richtet den Blick konkret auf Dresden und fragt: Was sahen die Nachbarn – und was nicht? Und was hat das auch mit uns heute noch zu tun?
 
Öffnungszeiten:
 
17.6.26 – 19.6.26, 16-19 Uhr
21.6.26, 14-18 Uhr
23.6.26, 16-18 Uhr
24.6.26, 16-18 Uhr
28.6.26, 14-18 Uhr


17.08.–14.09.26 | LEIPZIG
Ariowitsch-Haus, Hinrichsenstr. 14, Leipzig
17.08.26, 18:00 Uhr
Eröffnung mit Dr. Ramona Bräu-Herget vom Arolsen Archives

Öffnungszeiten der Ausstellung:
Mo. bis Do.: 14:00–18:00 Uhr
(in Ausnahmefällen kann die Ausstellung wg. einer einmaligen Veranstaltung geschlossen sein)
Sonntags zu Veranstaltungen für Besucher*innen geöffnet.


15.09.–17.10.26 | ZWICKAU
Priesterhäuser, Domhof 5–8, Zwickau
15.09.26
Eröffnung


19.10.–07.11.26 | PLAUEN
colorido-TREFF, Dittrichplatz 8, Plauen/Vogtland
19.10.26
Eröffnung im Rahmen der Jüdischen Kulturtage


09.11. – 18.11.26 | CHEMNITZ
Technische Universität Chemnitz, Hörsaalgebäude C10, Reichenhainer Str. 90, Chemnitz
09.11.26
Eröffnung mit Dr. Ramona Bräu-Herget

Der Flyer zur Ausstellungstour:

Flyer & Plakat „Festgehalten” Ausstellungstour (pdf, 400 kb)


Ein Projekt von

Verbundpartner*innen

Arolsen Archives International Center on Nazi Persecution
Selma Stern Zentrum für Jüdische Studien Berlin-Brandenburg
Gedenkstätte Hadamar
USC Dornsife – Dana and David Dornsive – College of Letters, Arts and Sciences
PHM Public History München

Gefördert von

Alfred Landecker Foundation