21. April / 09:30 – 16:30
Der Schwerpunkt der nächsten Tagung des Fachnetzwerks gegen Antisemitismus in Sachsen liegt auf dem Themenkomplex „Allyship – Solidarität, Repräsentation und Verantwortung.“ Die Veranstaltung findet am 21.04.2026 von 9.30–16.30 Uhr in den Räumlichkeiten des Kulturforums Görlitzer Synagoge statt. Dazu möchten wir Sie und euch herzlich einladen.
„Allyship“ bezeichnet die Solidarität und das Verbündet-Sein mit marginalisierten Gruppen. Das Konzept stammt aus dem Englischen, wird vorwiegend im Aktivismus, der politischen Bildungsarbeit und der Wissenschaft verwendet und kann sich auf jegliche Unterdrückungsstrukturen beziehen, sei es bspw. Sexismus, Rassismus, Ableismus oder Antisemitismus. Als „Allies“, zu deutsch Verbündete, werden dabei stets Menschen bezeichnet, die nicht nur engagiert sind, sondern sich hinsichtlich der jeweiligen Form der Diskriminierung in einer relativ privilegierten Position befinden. Im Fall von Antisemitismus bezeichnet „Allies“ dementsprechend nicht-jüdische Personen, die sich in der Antisemitismusbekämpfung und/oder der Stärkung jüdischen Lebens einsetzen. In Deutschland ist dies für die überwiegende Mehrheit der in diesen Feldern engagierten Menschen der Fall und so auch in Sachsen und in unserem Netzwerk.
Was bedeutet es nun aber in einem praktischen Sinne Ally zu sein? Was für eine Verantwortung geht mit dem Begriff einher und wie ist dieser gerecht zu werden? Nach wessen Perspektiven sollte ein Verständnis von „Allyship“ ausgerichtet sein? Und was für eine Rolle spielen unsere jeweiligen Positionen für die Repräsentation jüdischen Lebens und jüdischer Interessen?
All diese Fragen sind von grundlegender Bedeutung für unsere Arbeit und unser Engagement, doch existieren bisher kaum Räume, in denen sie thematisiert werden. Unsere nächste Tagung will sich daher genau diesen Anliegen widmen und eine stärkere Auseinandersetzung mit positionssensibler Arbeit anregen.
Hinweise zur Anmeldung
Mit der Veranstaltung richten wir uns primär an ein Fachpublikum, Interessierte sind jedoch auch stets herzlich willkommen.Bitte geben Sie bei Ihrer Anmeldung an, welche der Arbeitsgruppen Sie besuchen möchten. Nennen Sie dabei bitte auch einen Zweitwunsch.
Die Teilnahme ist kostenfrei und es wird ein Mittagessen mit veganen und vegetarischen Optionen geben. Melden Sie sich bitte an unter: fachnetzwerk@ariowitschhaus.de
Tagungsort
Die Veranstaltung findet in den Räumlichkeiten des Kulturforums Görlitzer Synagoge statt, Otto-Müller-Straße 3, 02826 Görlitz.
Sollten Sie eine Mitfahrgelegenheit benötigen oder anbieten können, wenden Sie sich gerne an uns und wir versuchen, einen Platz zu vermitteln. Kostenfreie Parkplätze finden Sie auf der Dr.-Kahlbaum-Allee, die ca. 10 min. fußläufig vom Tagungsort entfernt ist. Daneben gibt es die Möglichkeit, im Parkhaus Citycenter Frauentor am Postplatz 4 zu parken.
Übereinkunft über eine diskriminierungssensible Gesprächskultur
Die Tagungen des Fachnetzwerkes gegen Antisemitismus in Sachsen bieten verschiedenen Akteur*innen in der antisemitismuskritischen Bildung und der Demokratiearbeit einen Raum des Austauschs und der Vernetzung.
Der Schwerpunkt unserer Arbeit liegt zwar auf der Bekämpfung von Antisemitismus und der Stärkung jüdischen Lebens, jedoch treten menschenverachtende Positionen nie eindimensional auf. Gemäß eines intersektionalen und diversitätsorientierten Verständnisses positionieren wir uns klar gegen jegliche Formen und Arten der Diskriminierung. Dies schließt auch Reproduktionen diskriminierender Sprache ein.
Wir möchten für alle Teilnehmenden unterschiedlichster Lebensrealitäten eine rücksichtsvolle und sichere Atmosphäre schaffen und fördern. Dementsprechend ist für uns ein achtsames, diskriminierungssensibles und verantwortungsbewusstes Miteinander von essentieller Bedeutung.
Falls es jedoch dazu kommen sollte, dass Sie sich/ihr euch auf der Tagung unwohl oder unsicher fühlt, wendet euch jederzeit an uns.
Programm
Die Tagung wird eröffnet mit einem Podiumsgespräch zum Schwerpunktthema, inkl. Frage- und Gesprächsrunde mit dem Publikum. Unsere Podiumsgäste sind Laura Cazés (Zentrale Wohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland e.V.), Dr. Nora Pester (Hentrich & Hentrich Verlag, Sprecherin für Tacheles – Jahr der jüdischen Kultur in Sachsen) und Frank Seibel (Leiter des Kulturforums Görlitzer Synagoge). Im zweiten Teil des Tages, nach der Mittagspause, folgt eine Arbeitsgruppenphase, in der Sie sich vertieft mit verschiedenen Unterthemen befassen können. Zum Ausklang bietet schließlich Herr Frank Seibel eine kurze Vorstellung der Geschichte der Görlitzer Synagoge an.
Detailliertes Programm
09.30 – 10.00 Uhr: Ankommen
10.00 – 10.30 Uhr: Begrüßung
10.30 – 12.30 Uhr: Podiumsdiskussion mit Laura Cazés, Dr. Nora Pester und Frank Seibel, inkl. Publikumsgespräch
12.30 – 13.30 Uhr: Mittagessen im Wichernhaus
13.30 – 15.45 Uhr: Arbeitsgruppenphase
1. Critical Gojness/Kritisches nicht-jüdisch-Sein (Leitung: Riv Elinson, radikal_jüdisch)
2. Allyship gemeinsam lernen: Reflexion, Austausch und Handlungsstrategien (Leitung: Sarah Bergmann, Act Aware e.V.)
3. Qualitätsmerkmale antisemitismuskritischer Bildung und Beratung (Leitung: Alexander Vasmer, Kompetenzzentrum für antisemitismuskritische Bildung & Forschung; Mitarbeiterin von OFEK Sachsen)
4. Was geht mich die Geschichte an? Das pädagogische Konzept der Gedenkstätte Yad Vashem für einen multiperspektivischen Ansatz in der Holocaust Bildung (Leitung: Anne Weininger-Lepper, Yad Vashem)
15.45 – 16.30 Uhr: Vorstellung der Geschichte des Kulturforums Görlitzer Synagoge und Abschluss der Tagung